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Abbildungen: OSA Ochs Schmidhuber Architekten GmbH/xoio GmbH

KISS, München-Obersendling: Das asymmetrische Hufeisen öffnet sich zu einem begrünten Hof und schafft flexible Räume für Büro, Labor und Schulungsbetrieb - Abb.: OSA Ochs Schmidhuber Architekten GmbH/xoio GmbH

KISS in der Kistlerhofstraße 140 in München-Obersendling – ein ökologisches Leuchtturmprojekt in Holz-Hybrid-Bauweise / „Die Kienbachgärten“: nachhaltige Nachverdichtung in Herrsching am Ammersee

KISS bietet Büroflächen, Labornutzungen und Schulungsräume unter einem Dach
Mit dem Projekt KISS – „Kistlerhofstraße Sustainable Space“ – ist in München-Obersendling ein Bauvorhaben entstanden, das in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe setzt. Der funktionale Mikrocampus vereint Büroflächen, Labornutzungen und Schulungsräume unter einem Dach und ist zugleich ein ökologisches Leuchtturmprojekt. Durch seine Holz-Hybrid-Konstruktion, die Photovoltaik-Fassade und ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept gehört KISS zu den ersten EU-Taxonomie-konformen Projektentwicklungen in Deutschland.
Auf dem Grundstück an der Kistlerhofstraße 140, in zweiter Reihe und dennoch bestens angebunden an S- und U-Bahn, wurde ein Gebäudekomplex errichtet, der die bisher über das Stadtgebiet verstreuten Einheiten des Bayerischen Roten Kreuzes bündelt. Zivil- und Katastrophenschutz, Wohlfahrts- und Sozialarbeit sowie der Blutspendedienst finden hier ein gemeinsames Zuhause. Damit wird nicht nur eine funktionale Konzentration erreicht, sondern auch ein architektonisches Zeichen gesetzt: KISS soll ein identitätsstiftender Ort für Obersendling werden.
Der Baukörper entfaltet sich als asymmetrisches Hufeisen mit unterschiedlich langen, leicht geknickten Schenkeln. Diese Gliederung verleiht dem Ensemble eine differenzierte Maßstäblichkeit und öffnet es zugleich zu einem begrünten Hof. Mit Erdgeschoss, drei Obergeschossen, zwei zurückspringenden Staffelgeschossen und drei Untergeschossen entstanden insgesamt rund 26.000 m² Nutzfläche.
Die architektonische Sprache ist geprägt von großen Fensteröffnungen, hohen Räumen und einer klaren Materialität. Unbehandelte Holz- und Betonoberflächen schaffen eine robuste, zugleich warme Atmosphäre. Vorspringende Stützen und offene Grundrisse ermöglichen flexible Nutzungsszenarien.
KISS ist als Holz-Hybrid-Bau konzipiert. Im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise werden dadurch mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen eingespart. Die Konstruktion ist demontier- und recycelbar, was den Lebenszyklusgedanken konsequent weiterführt. Bereits in der Bauphase sorgten Mixed-in-Place-Wände für einen reduzierten Logistikaufwand, während die Bodenplatte mit Bauteilaktivierung als Kollektor für eine der drei installierten Wärmepumpen diente.
Die gesamte Gebäudehülle ist auf Energieeffizienz ausgelegt: Mehr als 3.200 m² Photovoltaikfläche produzieren Strom, der bis zu 98 Prozent des Allgemeinstrombedarfs deckt – Heizen, Kühlen und Beleuchtung eingeschlossen. Ergänzt wird das Konzept durch einen Recycling-Batteriespeicher sowie Regenwassernutzung für Außenanlagen und Dachbegrünung.
Die Grundsteinlegung war am 16. Juni 2023; die Fertigstellung ist im 1. Quartal 2026 erfolgt. Das Ingenieurbüro hfp hat bei diesem komplexen Multi-Funktional-Gebäude die Objektüberwachung (Leis-ungsphase 8 nach HOAI) für den Gebäude-Innenraum erfolgreich umgesetzt, sodass die Mietflächen termingerecht an das Bayerische Rote Kreuz übergeben werden konnten. Mit dem Bayerischen Roten Kreuz als Hauptnutzer und weiteren Einheiten, die langfristig gesichert sind.
Die innere Organisation des Gebäudes folgt den spezifischen Anforderungen seiner Nutzer. Besonders sensible Bereiche wie medizinische Labore oder Räume mit hohem Publikumsverkehr sind detailliert auf ihre Aufgaben zugeschnitten. Im ersten Untergeschoss mit über 4 m Raumhöhe befindet sich Münchens größte Fläche für Rettungsfahrzeuge. Im Erdgeschoss ist eine zweistufige Waschanlage zur Reinigung und Desinfektion dieser Fahrzeuge integriert.
Darüber hinaus bietet KISS moderne Arbeitswelten: flexible Grundrisse, hohe Räume mit öffenbaren Fenstern, Kühlsegel und eine natürliche Luftzirkulation. Büros, Schulungs- und Aufenthaltsräume, eine Kantine sowie intensiv begrünte Dachflächen, die als Erholungszonen genutzt werden können, komplettieren das Raumprogramm. Selbst die Fassade wird aktiv genutzt: Hier trainiert die Bergwacht das Abseilen.

EIN PLUS FÜR OBERSENDLING
KISS ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein funktionales Exoskelett für die Aktivitäten des Bayerischen Roten Kreuzes. Es bündelt Kräfte, schafft Synergien und setzt zugleich ein starkes Signal für nachhaltiges Bauen. Die Architektur ist effizient und wirtschaftlich, das Umweltbewusstsein ausgeprägt.
Die zweispurige Zufahrt wird von einem vertikalen Garten und einer Photovoltaik-Wand gesäumt, sämtliche sonnenexponierten Flächen sind mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Holzständerwände als „grüne Wände“ tragen zu einem gesunden Raumklima bei. So entsteht ein Gebäude, das nicht nur funktional überzeugt, sondern auch Aufenthaltsqualität und Identität stiftet.
KISS gehört zu den ersten EU-Taxonomie-konformen Projektentwicklungen in Deutschland. Die Qualität des Projekts wurde bereits in der Entwicklungsphase gewürdigt: Im Dezember 2023 erhielt KISS den German Design Award in der Kategorie „Excellent Architecture – Eco Design“. Die Jury lobte den architektonischen Wert und das zukunftssichere Konzept. Höchste Standards in den Bereichen Nachhaltigkeit, Gesundheit und digitale Infrastruktur attestiert dem Gebäudekomplex die Zertifizierung nach DGNB Platin.

Abbildung: Render Vision

Nachverdichtung „Die Kienbachgärten“, Hersching am Ammersee: drei markante Baukörper mit 34 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage samt Multiparking-System - Abb.: Render Vision

„DIE KIENBACHGÄRTEN“: NACHHALTIGE NACHVERDICHTUNG IN HERRSCHING AM AMMERSEE
In zentraler Lage von Herrsching realisiert die BayernWohnen Projektbau GmbH das Wohnensemble „Die Kienbachgärten“. Das Projekt umfasst drei markante Baukörper mit 34 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage samt Multiparking-System. Der Entwurf setzt auf eine mediterran inspirierte Formsprache, die sich durch helle Fassaden und schilfgrüne Akzente harmonisch in die naturnahe Umgebung des Ammersees einfügt.
Aus ökonomischer und ökologischer Sicht steht das Bauvorhaben im Zeichen moderner Standards: Realisiert wird der Effizienzhaus-Standard KfW 55 EE. Ein regeneratives Energiekonzept kombiniert Geothermie mittels Flächenkollektoren und Bohrpfahlaktivierung mit einer Photovoltaikanlage zur Eigenstromnutzung. Dies garantiert niedrige Betriebskosten und erfüllt aktuelle Kriterien an nachhaltigen Wohnungsbau.
Die technische Umsetzung und Sicherung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfordern eine präzise Koordination. Mit der Ausschreibung, Vergabe und der Objektüberwachung (Leistungsphasen 6 bis 8 nach HOAI) ist das Ingenieurbüro hfp aus Augsburg beauftragt. Die Experten steuern die Schnittstellen zwischen Planung und termin- sowie budgetgerechter Bauausführung. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant.

Artikel aus:

München / Oberbayern
  • Bauen + Wirtschaft
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