„Terminal 3“ – Ausbau Frankfurt Airport
Erfolgreicher Bau trotz großer Herausforderungen: größtes privatfinanziertes Infrastrukturprojekt Europas feierlich eröffnet
Die Fraport AG realisiert mit Terminal 3 das größte privatfinanzierte Infrastrukturprojekt Europas. 4 Mrd. Euro umfasst das Investitionsvolumen für das Terminal mit zunächst drei Flugsteigen. Nach dessen Fertigstellung liegt die Kapazität bei bis zu 19 Mio. Passagieren im Jahr. Bei einem späteren Vollausbau steigt die Kapazität auf jährlich 25 Mio. Passagiere.
Die modulare Bauweise bietet die Flexibilität, eine Realisierung eng am tatsächlichen Kapazitätsbedarf auszurichten. So unterteilt sich der Bau in insgesamt drei Abschnitte: Sie umfassen das Terminal-Hauptgebäude mit den Flugsteigen H und J (Bauabschnitt 1) sowie die Erweiterung des Terminals durch jeweils einen weiteren Flugsteig G (Bauabschnitt 2) und K (Bauabschnitt 3).
Die feierliche Eröffnung des Terminal 3 erfolgte am 22. April 2026. Der Betrieb ist offiziell am 23. April gestartet. Zunächst ziehen die 57 Airlines aus dem Terminal 2 in das Terminal 3. Dabei handelt es sich um eine Kapazität von ca. 12 Mio. Passagieren. Der Umzug erfolgt in vier Wellen – bis zum 9. Juni 2026 ist der Umzug abgeschlossen. Das Terminal 2 hingegen wird nachfolgend umfassend technisch modernisiert und dazu für unbestimmte Zeit aus dem Betrieb genommen.
Der Flugsteig G bietet als eigenständiges modernes Abfertigungsgebäude Kapazitäten für zunächst bis zu 5 Mio. Schengen- und Non-Schengen-Reisende jährlich. Er verfügt über alle relevanten Prozessstellen vom Check-in über die Sicherheits- und Grenzkontrollen bis hin zur Gepäckausgabe.
Die Luftfahrtbranche hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Krisen durchlaufen – zuletzt die Corona-Pandemie. Doch das Passagierwachstum hat sich weitestgehend normalisiert. In Deutschland ist das Wachstum noch moderat, nicht zuletzt wegen der hohen Standortkosten. Perspektivisch wird der Standort Frankfurt jedoch wieder an das Wachstum anschließen können, und spätestens dann wird die gewonnene Kapazität des Terminal 3 ihre gesamte Wirkung entfalten.
Gerade in unplanbaren Zeiten wie diesen ist die flexible Architektur von Terminal 3 von Vorteil. So verschafft die modulare Bauweise dem Flughafenbetreiber je nach Entwicklung Flexibilität bei weiteren Inbetriebnahmen.
VON DER IDEE ZUM SPATENSTICH
Die Planungen für den Bau eines weiteren Terminals reichen bis in die 1990er Jahre zurück, als erste Gespräche über den Flughafenausbau geführt wurden. Im Rahmen eines zweijährigen Mediationsverfahrens waren die Bedingungen für den Ausbau festgelegt worden. Im Jahr 2000 erfolgte dann der Startschuss für den Ausbau mit einem zweigeteilten Wettbewerbsverfahren. In einem europaweiten Architekturwettbewerb setzte sich das Londoner Architekturbüro Foster + Partners durch. Deren Planung bildete die Grundlage für den Gewinnerentwurf des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler im anschließenden Realisierungswettbewerb.
Christoph Mäckler greift in seinem Entwurf des Terminals mit seinen Flugsteigen, Gates und Lounges die Straßen und Plätze einer Stadt auf und schafft damit für Reisende einen Ort zum Verweilen und kein technisches Abfertigungsgebäude. Terminal 3 soll ein moderner Ort mit Wohlfühlatmosphäre sowohl für Beschäftigte als auch für Fluggäste sein. Lichtdurchflutete und großzügig gestaltete Räume und Hallen in warmen Naturtönen laden zum Verweilen ein.
Neben Modernität, Ästhetik und Funktionalität spielt Nachhaltigkeit eine tragende Rolle in der Vision von Terminal 3. Dank einer energieoptimierten Bauweise, wie beispielsweise einer hochwärmegedämmten Gebäudehülle oder einer effizienten Wärmerückgewinnung, ist der Energiebedarf im Vergleich zu den bestehenden Terminals 1 und 2 deutlich geringer. Durch den zusätzlichen Einsatz von großflächigen Photovoltaikanlagen soll ein Teil des Strombedarfs direkt vor Ort regenerativ durch Sonnenenergie gewonnen werden. Und auch beim Wasser wird auf Nachhaltigkeit gesetzt: Ein umfassendes Doppelleitungssystem sorgt für eine Wiederverwendung von Wasser.
Auf Grundlage der detaillierten Planungen und Ausarbeitungen erfolgte mit dem Planfeststellungsbeschluss und der offiziellen Baugenehmigung im Jahr 2014, sowie dem Spatenstich im darauffolgenden Jahr, der Startschuss für eines der größten privatfinanzierten Infrastrukturprojekte Europas. Für die Realisierung aller Bauprojekte rund um Terminal 3 wurde die Fraport Ausbau Süd GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Fraport AG, beauftragt. Sie war verantwortlich für die kosten-, termin- und funktionsgerechte Besorgung der Planung und Realisierung des Projektes.
Anfang Oktober 2025 hatte der Flughafenbetreiber einen der zentralen Meilensteine innerhalb des Ausbauprojekts erreicht – die behördlichen Abnahmen einschließlich Brandschutz. Das neue Terminal war damit offiziell keine Baustelle mehr. Im Anschluss hatte Fraport die Phase der Restarbeiten gestartet. Dazu zählten beispielsweise der Einbau der insgesamt 19 Sicherheitskontrollspuren mit modernen CT-Scannern, der Ausbau der Gastro- und Retail-Flächen sowie fortlaufende Tests der Gepäckförderanlage. Parallel hatte Fraport den umfangreichen Probebetrieb der neuen Infrastruktur vorbereitet: Rund 8.000 Testpassagiere prüften im Zeitraum vom 27. Januar bis zum 16. April 2026 an 21 Tagen das Terminal auf Herz und Nieren, damit bei der Eröffnung alle Prozessketten ineinandergreifen. Der Probebetrieb des Terminal 3 ist Teil des sogenannten ORAT-Prozesses. Das Kürzel steht dabei für Operational Readiness and Airport Transfer und bezeichnet unter anderem die verpflichtende Generalprobe für einen operativen Neubau an einem Flughafen.
Gepäckausgabe unter dem Terminalhauptgebäude Abb.: Fraport AG
EIN BLICK AUF DAS AREAL
Das Areal, auf dem Terminal 3 gebaut wird, umfasst 700 000 m² – das entspricht 100 Fußballfeldern. Die Dimensionen halten für Planer wie Ingenieure gleichermaßen bauliche und logistische Herausforderungen bereit. Denn zahlreiche Gewerke agieren in mehreren Projektbereichen gleichzeitig – während des laufenden Betriebes an Deutschlands größtem Flughafen. In Spitzenzeiten waren täglich bis zu 3.000 Arbeiter und 250 Gewerke parallel auf der Baustelle aktiv, und ungefähr 700 bis 800 Fachingenieure, Spezialisten und Sachverständige begleiteten die Baumaßnahmen.
Der Tiefbau: Mit dem symbolischen Spatenstich im Jahr 2015 startete der Tiefbau von Terminal 3. Für den Bau musste im ersten Bauschritt auf einer Fläche von 65.900 m² eine 5,5 m tiefe Grube ausgehoben werden. Diese bildete die Grundlage für Schritt zwei: den Spezialtiefbau, bei dem große Bereiche der Baugrube parzellenweise um weitere 8 bis 11 m bis unter Grundwasserniveau ausgehoben wurden. Mit Hilfe von ausgebildeten Industrietauchern wurde das Fundament aus 39.000 m³ Unterwasserbeton ausgegossen. Im Zeichen der ressourcenschonenden Bauweise von Terminal 3 war auch der nachhaltige Umgang mit dem entnommenen Grundwasser ein wichtiger Aspekt. Dieses wurde mehrfach gefiltert. In Versickerungsbecken erfolgte danach der schonende Rückfluss in die hiesigen Grundwasserströme.
Die Notwendigkeit für diesen umfassenden Tiefbau aus Trockenaushub und Spezialtiefbau ergibt sich durch die besondere Ebenenstruktur des neuen Terminals. Passagiere sollen am Terminal möglichst wenige Ebenenwechsel durchlaufen müssen, weshalb mehrere Untergeschosse für die Unterbringung der Flughafentechnik benötigt werden.
Terminal Hauptgebäude: Das Hauptgebäude ist das sprichwörtliche Herz von Terminal 3 und besteht aus den drei Bereichen Abflug- und Ankunftshalle, Sicherheitskontrolle und Marktplatz mit unterirdischer Gepäckförderanlage. Mit der Grundsteinlegung am 29. April 2019 war der Rohbau des Terminal-Hauptgebäudes gestartet.
Die Check-in-Halle bietet mit ihrer nach innen geknickten Glasfassade und einer Deckenhöhe von 18 m das erste architektonische Highlight bei der Ankunft am Terminal 3. Die Decke über dem Marktplatz mit seinem abwechslungsreichen Gastronomie- und Retail-Angebot ist eine Sonderanfertigung und begeistert Besuchende und Reisende mit tropfenförmigen Stahlkonstruktionen zur Lichtgestaltung. Sie besteht aus glanzeloxierten Aluminiumrohren mit jeweils 40 mm Durch-
messer. Insgesamt 25 km Rohre sind verbaut worden.
Von den Wärme-Kälte-Energiezentralen im Keller des Terminal-Hauptgebäudes werden das Hauptgebäude und die Flugsteige H und J mit Wärme und Kälte versorgt. Mit der Energie, die dort erzeugt wird, könnte man mehr als 4.000 Einfamilienhäuser beheizen.
Flugsteige H und J: Flugsteig H, mit einer Länge von 400 m, dient Passagieren aus dem Schengen-Bereich, wohingegen Flugsteig J mit seinen 600 m für Non-Schengen-Reisende vorgesehen ist. Beide Flugsteige zusammen bieten 24 Gebäudepositionen und Kapazitäten für bis zu 14 Mio. Passagiere pro Jahr. Die Rohbauarbeiten für die beiden Flugsteige waren im ersten Halbjahr 2019 gestartet.
Die bauliche Besonderheit beider Gebäude ist eine fugenlose Bauweise. Bei dieser komplexen Rohbauerstellung muss später kein Spielraum für die Ausdehnung der Materialien bei Temperaturveränderungen eingeplant werden, und die Gebäudetechnik kann nahezu in einem Stück verlegt werden. An den Flugsteigen sind die benötigten technischen Installationen auf den Dächern untergebracht, weshalb beide Gebäude durch markante Stahlgerüste geprägt sind.
Flugsteig H ist durch eine weitere bauliche Besonderheit gekennzeichnet: Der Vorfeldkontrollturm, mit einer Höhe von fast 70 m, wurde über eine Kletterschalung gebaut. Die Außenwände aus Beton wurden Stockwerk für Stockwerk vor Ort hergestellt und montiert. Eine gläserne Kanzel ragt ca. 6 m über den Grundkörper des Towers in den Etagen 13 und 14 hinaus.
Flugsteig G: Der Bau des Flugsteigs G war im Juni 2019 mit dem Rohbau gestartet und ist 2022 abgeschlossen worden. Seit April 2022 befand sich der Flugsteig im ruhenden Zustand. Je nach Entwicklung des Passagieraufkommens hätte der Flughafenbetreiber die Flexibilität gehabt, Flugsteig G früher als das Terminal 3 insgesamt in Betrieb nehmen zu können. Damit ließe sich die Kapazität vorzeitig um bis zu 5 Mio. Passagiere im Jahr erhöhen. Flugsteig G ist auf Direktflüge, sogenannte Point-to-Point-Verkehre, zugeschnitten und eignet sich besonders gut für Reisen zu klassischen Urlaubsdestinationen im Schengen- und Non-Schengen-Raum. Der Flugsteig ist auf diese sehr schlanken und schnörkellosen Prozessketten ausgerichtet. Im Kopfgebäude kann die Gepäckförderanlage mit insgesamt 1.244 m langen Förderbahnen über 2.000 Gepäckstücke pro Stunde Richtung Flugzeug oder zurück befördern.
ANBINDUNG
Neue Sky Line-Bahn: Die Lage im Süden des Flughafenareals trennt Terminal 3 durch zwei Start- und Landebahnen von den bestehenden Terminal-Komplexen. Durch den Bau einer neuen Sky-Line-Bahn wird der Norden mit dem Süden verbunden und ergänzt die bestehende Bahn. Der Neubau der Trasse umfasst eine Länge von 5,6 km und ist sowohl in Hoch- als auch in Tieflage realisiert worden. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 80 km/h beträgt die Fahrtzeit knapp acht Minuten von Terminal 1 zu Terminal 3. Zusätzlich entstand im Norden des Flughafens das zweigeteilte Werkstattgebäude, welches gleichzeitig als Betriebsleitzentrale für die neue Bahn dient. Der Bau des nördlichen Trassenabschnitts mit den ersten Bohrpfahlarbeiten war im Juli 2019 gestartet. Der Fahrweg Mitte führt auf insgesamt 2.200 m Strecke entlang der A5 an den beiden parallelen Start- und Landebahnen vorbei und verläuft aus Sicherheitsgründen in diesem Bereich ebenerdig. Auf dem nur etwa 330 m langen Fahrweg Süd fährt die neue Sky Line-Bahn wieder als Hochbahn. Im Frühjahr 2022 hat der Systemlieferant die fertige Trasse übernommen.
Neben dem Neubau einer Station vor Terminal 1 für Anreisende mit der Deutschen Bahn (Regional- und Fernverkehr) und Erweiterungsarbeiten an der Station im Terminal 2, wurde an Terminal 3 ein neues Stationsgebäude errichtet. Verbindungsbrücken direkt in das Terminal-Hauptgebäude ermöglichen allen Fahrgästen einen schnellen Weg in die Abflug- oder Ankunftsebene und in das direkt angrenzende Parkhaus.
Straßennetz & Parkhaus: Insgesamt 10.000 m umfasst das neue Straßennetz, das Terminal 3 nicht nur mit der Autobahn, sondern auch mit der CargoCity Süd sowie dem Betriebsgelände des Flughafens verbindet. Für einen reibungslosen Verkehr von und zur A5 ist die Anschlussstelle Zeppelinheim erweitert worden. Mit seinen 15.300 m² ist der Vorfahrtstisch das größte Brückenbauwerk des neuen Terminals. Insgesamt 56 Stützen mit charakteristischer V-Form bilden den markanten Unterbau und stellen besondere Ansprüche an die Statik.
Um den benötigten Parkplatzkapazitäten an Terminal 3 gerecht zu werden, ist direkt gegenüber von Terminal 3 auf acht Geschossen eines der größten Parkhäuser in Europa errichtet worden: Es bietet Platz für 8.500 Fahrzeuge – einschließlich Stellplätzen für Elektrofahrzeuge. Zudem entsteht ein neuer Busbahnhof mit 27 Haltestellen und 45 Taxistellplätzen direkt auf der Terminalvorfahrt. Und auch Fahrradfahrer gelangen über die Anbindung an überregionale Radwege zum Terminal 3. Dort stehen mehrere Hundert Fahrradstellplätze und 30 Aufladestationen für E-Bikes zur Verfügung.
Mit Terminal 3 stellt sich die Betreibergesellschaft Fraport für die langfristigen Anforderungen und Herausforderungen im Luftverkehr auf und sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens. Vom Ausbau des Flughafens Frankfurt profitiert auch die regionale Bauwirtschaft. Bislang gingen die Hälfte der Aufträge des 4-Mrd.-Euro-Projektes an Unternehmen mit Sitz im Umkreis von 150 km zum Flughafen.
Mehr Informationen zum neuen Terminal 3 finden Sie unter
www.terminal3.info.